Prof. Dr. Alfred G. Świerk ist verstorben

Prof. Dr. Alfred G. Świerk war Professor für Buch- und Bibliothekskunde von 1984 bis 1994.

Nach seiner Assistentenzeit an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz war er der erste hauptamtliche Professor des Faches an der FAU. Er plädierte dafür, das Fach als »Buchwissenschaft« zu bezeichnen (was 1997 erfolgte) und legte den Grundstein für die Fachbibliothek, die heute ca. 7.000 Medieneinheiten umfasst.

»Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung geistiger Inhalte gehören zu den Grundfunktionen des Buches, zu denen im Laufe der geschichtlichen Entwicklung mannigfache, vom jeweiligen Inhalt, aber auch vom Rezipienten abhängige Spezialfunktionen hinzutraten. Diese drei Funktionen sind dem Buch wesenseigen. Um sie zu erfüllen, bedarf es zweier, ebenfalls wesentlicher Elemente: eines verhältnismäßig dauerhaften und leicht beweglichen Beschreibstoffes sowie eines graphischen Zeichensystems (Schrift, Bild, etc.). Demgegenüber, ist die äußere Form des Buches (Tontafel, Rolle, Codex, Palmblatt, Faltbuch, Taschenbuch usw.) zeit-, orts- und funktionsbedingt und deshalb akzidentiell, ebenso wie seine Herstellungsmethode (Handschrift, Druck) und andere, ihm in seiner historischen Entwicklung zugewachsenen Aspekte (z.B. sein Warencharakter). Sie können die wesentlichen Funktionen zwar quantitativ, nicht aber qualitativ verändern. Die drei Grundfunktionen verschmelzen jedoch in letzter Konsequenz zur kommunikativen Funktion des Buches. Als Träger und Vermittler wissenschaftlicher, ideell-moralischer, didaktisch-pädagogischer und ästhetischer Werte wirkt das Buch in der Gesellschaft, bringt Bewußtseinsprozesse in Gang und löst Bewegungen aus.« (Świerk 1989).

Nach Świerk ist der zentrale Forschungs- und Lehrgegenstand der Buchwissenschaft das Formalobjekt Buch als »Instrumentum communicatio socialis«.

Prof. Dr. Alfred G. Świerk verstarb am 25.07.2022 in Mainz.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Ehefrau Johanna Świerk, seiner Schwester Inga Ośłizo und Familie sowie allen Verwandten und Freunden.

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg